
Die SNB bestätigt mit dem heutigen Zinsentscheid, was sie in den letzten Monaten klargemacht hat: Dass sie Negativzinsen vermeiden will und die Hürde dafür hoch bleibt.
Grosse Pensionskassen werden auf CHF-Einlagen bereits heute mit -25 bps belastet und die Nationalbank scheint die Situation nicht verschlimmern zu wollen.
Unterstützt wird die Zinspause von der Devisenseite: EUR/CHF hat sich in den letzten Wochen wieder erholt und handelte zeitweise bei knapp 0.94.
Für 2026 rechnet die SNB mit einem Wirtschaftswachstum von 1% und einer Inflation von noch von 0.3% (bisher 0.5%). Ob die Inflation tatsächlich im positiven Bereich bleibt, darf bezweifelt werden (die SNB hat dies in der Vergangenheit immer wieder überschätzt).
EUR/CHF: Positive Neuigkeiten zu Russland/Ukraine würden helfen, EUR/CHF wieder in Richtung 0.95 zu bewegen. Für eine stärkere Aufwertung muss sich die Konjunktur in der Eurozone aber verbessern, die sich bisher - trotz Stimulus - noch nicht wirklich aufgehellt hat. Der Zinsabstand zur EZB (derzeit rund 2%) bleibt für die SNB wichtig.
USD/CHF: Das Währungspaar hat nach dem gestrigen Fed-Zinsentscheid (-25 bps, auf 3.50 bis 3.75%) etwas nachgegeben und handelt bei knapp 0.80. Entgegen der Marktmeinung sehe ich hier Argumente für höhere Niveaus: Die US-Wirtschaft ist weiterhin sehr robust, die Arbeitslosigkeit tief und die Inflation liegt mit 3% immer noch über dem Zielwert der Fed (2%). Mehr als die derzeit eingepreisten zwei Zinssenkungen (-50 bps für 2026) der Fed braucht es nicht.