Author: Julien Savioz
11.2.26
Lesedauer:
2 min

US-Arbeitsmarkt wächst unerwartet stark - auf den ersten Blick

Im Januar wurden in den USA 130k neue Jobs geschaffen.

Das sind deutlich mehr als die 70k Stellen, die im Vorfeld erwartet wurden.

Die Arbeitslosenquote sank ebenfalls überraschend, auf 4.3% (Dezember: 4.4%).

Der Dollar reagierte positiv auf die Ankündigung, USD/CHF handelt bei 0.7720 (+0.60%).

Doch der Blick in den Rückspiegel sieht eher düster aus:

▪️Starke Abwärtsrevisionen (-862k Stellen) für 2025 korrigieren das Bild eines starken Vorjahres.

▪️Ausserhalb vom Staat, Gesundheitswesen und dem Gastgewerbe herrscht Stillstand: Die produktive Privatwirtschaft (Tech, Finanzen, Industrie) hat in den letzten Jahren kaum Beschäftigungswachstum gezeigt.

▪️2022 gab es pro Arbeitslosem noch 2 offene Stellen, jetzt sind es weniger als 0.9 (-> Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer sinkt).

Einschätzung: Die heutigen Daten geben der Fed den Spielraum, die Zinsen vorerst unverändert zu lassen (aktuell preist der Markt zwei Zinssenkungen bis Ende 2026 ein). Grössere Weichenstellungen sind erst unter Jerome Powells Nachfolger zu erwarten (nach Mai). Das Doppelmandat der Fed (Preisstabilität + Vollbeschäftigung) bleibt ein Balance-Akt.

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