Autor: Julien Savioz
17.12.25
Lesedauer:
2 Minuten

Balance Sheet-Hedging: Oft vergessen, aber entscheidend.

Viele Unternehmen konzentrieren sich beim Währungsmanagement auf Cashflow-Risiken, also zukünftige Einnahmen und Ausgaben in Fremdwährungen.

Daneben existieren jedoch auch Währungsrisiken in der Bilanz, sogenannte Balance Sheet-Risiken.

Diese entstehen beispielsweise durch Fremdwährungsforderungen, Verbindlichkeiten oder konzerninterne Darlehen.

Ein Schweizer Unternehmen, das seiner kanadischen Tochtergesellschaft ein Darlehen in kanadischen Dollar gewährt, trägt beispielsweise ein Wechselkursrisiko auf dieser Bilanzposition.

Verändert sich der CAD/CHF-Wechselkurs zwischen zwei Bilanzstichtagen, kann dies zu Bewertungsdifferenzen führen, die je nach Rechnungslegung das Unternehmensergebnis beeinflussen.

Zur Reduktion solcher Risiken können unter anderem Devisentermingeschäfte oder Cross-Currency-Swaps eingesetzt werden.

Dabei ist allerdings zwischen monetären Bilanzpositionen und Beteiligungen an ausländischen Tochtergesellschaften zu unterscheiden. Die bilanziellen Effekte und geeigneten Absicherungsmethoden können unterschiedlich ausfallen.

Fazit: Ein ganzheitliches Währungsmanagement berücksichtigt nicht nur zukünftige Zahlungsströme, sondern auch relevante Fremdwährungspositionen in der Bilanz. Ob und wie diese abgesichert werden sollten, hängt von der wirtschaftlichen Risikosituation und den jeweiligen Rechnungslegungsvorschriften ab.