Autor: Julien Savioz
8.10.25
Lesedauer:
2 Minuten

Was versteht man unter Hedge Ratio?

Die Hedge Ratio bezeichnet den prozentualen Anteil eines Fremdwährungsrisikos, den ein Unternehmen absichern möchte.

Ein Beispiel: Ein Schweizer Unternehmen kauft jährlich Waren im Wert von EUR 10 Mio. ein, verkauft seine Produkte jedoch ausschliesslich in Schweizer Franken.

Dadurch entsteht ein EUR/CHF-Währungsrisiko, weil steigende Eurokurse die Beschaffungskosten erhöhen können.

Mit einer Hedge Ratio von 50 % entscheidet sich das Unternehmen, die Hälfte seines erwarteten Eurobedarfs abzusichern.

Bei einem erwarteten Jahresbedarf von EUR 10 Mio. entspricht dies einem Absicherungsvolumen von EUR 5 Mio., verteilt auf die entsprechenden Zahlungszeitpunkte.

Wie hoch die optimale Hedge Ratio sein sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Höhe und Stabilität der Unternehmensmargen
  • Flexibilität bei der Anpassung von Verkaufspreisen
  • Planbarkeit der Fremdwährungszahlungen
  • Risikotoleranz und Sicherheitsbedürfnis

Unternehmen mit geringen Margen und wenig flexiblen Verkaufspreisen benötigen häufig eine höhere Absicherungsquote als Unternehmen, die Wechselkursschwankungen leichter auffangen können.

Fazit: Die Hedge Ratio sollte nicht aufgrund kurzfristiger Wechselkursprognosen festgelegt werden, sondern auf die wirtschaftliche Ausgangslage und Risikotoleranz des Unternehmens abgestimmt sein.